Das Aachener Modell hat die folgenden Ziele und Kennzeichen:
Frühe Förderung: Die Förderung beginnt im Gegensatz zu sonstigen Hochbegabten-Projekten sehr früh, nämlich bereits in der Grundschule, vorzeitige Einschulungen sind im Konzept mit eingeplant.
Sensibilisierung vor Schuleintritt: Die Berücksichtigung der Schnittstelle von Kindergärten und Grundschulen ist zentraler Baustein des Modells: Eltern, Erzieher/innen und Grundschullehrer/innen werden in der aktuellen Startphase des Projektes für die Diagnose hochbegabter Kinder sensibilisiert.
Individuelle Förderung an sechs Modellschulen und seit dem Schuljahr 2007/2008 zusätzlich an 12 Partnerschulen in der StädteRegion Aachen: Hier werden verschiedene, bewährte Formen der Hochbegabtenförderung eingesetzt. Dazu zählen vor allem Akzeleration, Individualisierung / Differenzierung sowie Enrichement. Die Schulen haben bei der Auswahl der Fördermaßnahmen, die sie in ihren Klassen einsetzen, großen Gestaltungsspielraum. Die Lehrerinnen und Lehrer wurden zu Beginn des Projektes entsprechend geschult.
Integration statt Ausgrenzung: Die Förderung der hochbegabten Kinder findet im wesentlichen innerhalb des Klassenverbandes statt - eine Separierung wird bewusst vermieden, vielmehr profitieren auch die anderen Kinder von einem offenen, anspruchsvollen Unterricht.
Außerschulische Förderung mit regionalem Schwerpunkt: Die Förderung erstreckt sich auch auf den außerschulischen Bereich - durch die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen, insbesondere Kunst- und Musikschulen, Museen und Theatern, Sport- und anderen Vereinen. Ein regionaler Schwerpunkt entsteht durch die Kooperation mit den hiesigen Hochschulen, vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Die RWTH Aachen hat in Kooperation mit Frau Univ.-Prof. Dr. Doris Lewalter und Frau Dipl.-Psych. Katrin Scholta, Lehr - und Forschungsgebiet Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schulpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der RWTH Aachen, für die besonders begabten Grundschüler/innen ein besonderes Lernangebot entwickelt.
Qualitätsentwicklung und Schulmanagement: Die didaktisch-methodische Gestaltung des Pilotprojektes wird als innovativer Faktor für die Begabtenförderung in der Grundschule wirken. Der Transfer der Ergebnisse leistet einen Beitrag für die Qualitätsentwicklung des Unterrichts in allen Grundschulen, insgesamt können inzwischen an 18 Grundschulen begabte Kinder gefördert werden..
Know-how-Transfer durch schulische Netzwerke: Die Modellschulen lernen voneinander, unterstützen sich und stimmen ihre Angebote aufeinander ab. Sie bilden so vor Ort ein Subnetz.
Wissenschaftliche Bewertung: Das "Aachener Modell" hat bereits eine wissenschaftliche Begleitung erfahren: Eine empirische Beobachtungsreihe der geförderten Kinder erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen (Prof. Michelsen, Prof. Lewalter).
Kooperation der Projektpartner: Das "Aachener Modell" ist ein Kooperationsprojekt, das von der StädteRegion Aachen durchgeführt wird. Eine Projektgruppe, bestehend aus den Schulleiterinnen und Schulleitern der Modellschulen, der Schulaufsicht, der Schulverwaltung, dem Schulpsychologischem Dienst und Vertreterinnen des Elementarbereichs gewährleisten Projektmanagement und Transfer zu den anderen Schulen. Externer Partner ist in erster Linie die Bürgerstiftung für die Region Aachen, die operativ unterstützt und das Projekt - gemeinsam mit dem Jugendförderungwerk und Kulturstiftung der Sparkasse Aachen - finanziell ermöglicht.