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[19.09.2011] Sieben Stelen, die zum Denken herausfordern.

Skulpturen von Koko Bi zieren den VHS-Vorplatz.

Aachener Zeitung / Aachener Nachrichten vom 19.09.2011

Eschweiler. Das Neue an den "Neuen Wegen zur Kunst" ist seit einigen Jahren das Bleibende: Seit gestern Nachmittag ist die Innenstadt um ein großartiges Kunstwerk reicher. Die aus sieben Stelen bestehende Skulptur "Denk-Mal" des Essener Bildhauers Jems Robert Koko Bi hat in der Anna-Klöcker-Anlage vis-à-vis der Volkshochschule einen idealen Platz gefunden.

Viele waren zum Höhepunkt der Kunstwege 2011 gekommen, um die offizielle Übergabe mitzuerleben, die Marc Boltz (Trompete) und Kulturmanager Max Krieger (Posaune) mit einem kurzen Ständchen einleiteten. Sparkassengebietsdirektor Klaus Wohnaut hieß unter den vielen Gästen auch Wilfried Nellessen vom Sparkassenvorstand willkommen, der gestern die Kulturstiftung des Bankunternehmens vertrat. Die Sparkasse ist Sponsor der Kunstaktion.

Optimaler Standort

Nellessen und Wohnaut hatten auch der Jury angehört, die sich im Zuge der Ausschreibung des Eschweiler Kunstvereins und unter Einbeziehung des Bürgervotums für Koko Bis "Denk-Mal" entschieden hatte. "Ich darf mich selber loben", meinte Klaus Wohnaut augenzwinkernd, denn er sei vom Kunstwerk einfach nur begeistert. Für den Kunstverein sprach Ralf Walraff, der sich bei den Partnern, Sponsoren und der Stadt bedankte und die Wahl des Platzes für die Skulptur aus Eichenholz aus dem Odenwald hervorhob: "Passender kann ein Standort nicht sein." Über den Essener Bildhauer, seine Herkunft und seinen Werdegang erzählte im Anschluss der Schriftsteller und Fotokünstler Hans van Ooyen. "Seine Leidenschaft gilt dem Holz." Er zitierte seinen Freund Koko Bi, der einmal auf seine Frage, wieso er mit der Motorsäge arbeite, geantwortet habe: "Die Motorsäge ist ein wildes Tier, das du zähmen musst." Wenn dies gelinge, werde die Säge zu Pinsel und Stift. Van Ooyen schilderte den Weg Koko Bis, der als Sohn eines Kaffeepflanzers in der Elfenbeinküste aufwuchs, sich gegen alle kulturellen Widerstände auch an der Hochschule in Abidjan durchsetzte und sich für den dort damals verpönten Werkstoff Holz entschied. Eine gute Wahl, denn mittlerweile gehört der Meisterschüler des Düsseldorfer Kunstprofessors Klaus Rinke zu den renommiertesten Bildhauern Afrikas.

Jems Robert Koko Bi war gestern sichtlich gerührt und dankte allen, "die mir geholfen haben". Dazu gehört auch der Bergrather Landwirt Arnold Jordans, der mit schwerem Gerät maßgeblich am Aufbau der drei Meter hohen Stelen beteiligt war. Beide umarmten sich gestern herzlich; Arnold Jordans versäumte es nicht, seine Sympathie für den Künstler auszudrücken: "Das ist ein ganz feiner Kerl." Dies zeigte sich auch, als Koko Bi über die anderen an der Ausschreibung beteiligten Kollegen sprach. Seinen Worten nach hätten es deren Entwürfe ebenso verdient gehabt zu gewinnen. "Ich habe mich sehr bemüht, sie nicht zu enttäuschen."

Glücksgriff für Eschweiler

Im Anschluss übergab der Kunstvereinsvorsitzende Manfred Lohre stellvertretend für Verein und Sparkasse Helen Weidenhaupt die Urkunde zur Skulptur. Die stellvertretende Bürgermeisterin hatte zuvor allen Beteiligten im Namen der Stadt Dank ausgesprochen und das Engagement des Kunstvereins gelobt, hier namentlich Manfred Lohre und Monika Kendziora: "Sie sind immer unterwegs, um uns Kunst in Eschweiler zu präsentieren." Jüngstes Beispiel ist Koko Bis Arbeit, deren Lebendigkeit und Kraft sich niemand entziehen kann. Ein wahrer Glücksgriff für Eschweiler.

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