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Aachener Nachrichten vom 12.04.2010
Aachen. Die beiden Filialen tragen die Nummern 1 und 2. Vor hundert Jahren, am 15. April 1910, richtete die Aachener Sparkasse ihre ersten städtischen Zweigstellen ein. Die Nummer 1 entstand auf der damaligen Hochstraße, die später in Hindenburgstraße umbenannt wurde und noch später, nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg, Theaterstraße heißen sollte. Dort, in der Hausnummer 22, werden nach wie vor Geldgeschäfte abgewickelt.
Die Nummer 2 der Sparkassenfilialen wurde im damaligen Forster Verwaltungsgebäude an der Trierer Straße gegründet. Seit April 1950 residieren die Bankkaufleute am Adalbertsteinweg 232.
Verschiedene Zielgruppen
Vom Umfeld und von der Kundschaft her könnten die Sparkassenfilialen unterschiedlicher nicht sein. "In der Theaterstraße unterhalten mehr Geschäftskunden Konten", erläutert Filialchef Karl-Heinz Stockem. Mehr als 3350 Konten betreuen der 52-Jährige und sein Team. Und obwohl Christoph Abels (48) als Leiter der Filiale am Adalbertsteinweg 5000 Kundenkonten mit seiner Mannschaft führt, wird die Summe unterm Strich geringer ausfallen.
Denn seine Geschäftsstelle ist fürs Ostviertel zuständig, einen Stadtteil, in dem zahlreiche Menschen mit einem sogenannten Migrationshintergrund leben und die meisten Deutschen in eher bescheidenen Verhältnissen zu Hause sind. "Wir setzen uns für den Stadtteil ein", versichert Abels.
So betreut seine Zweigstelle beispielsweise das Sparkonten-Projekt der Offenen Tür Josefshaus am Kirberichshofer Weg. Dort, im Treff der Ostvierteljugend, wird Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, ihr Geld auf ein Konto einzuzahlen und auch wieder abzuheben. "Eine Sparkasse im Kleinen also", erklärt Abels. Hin und wieder werden die Kinder auch in die Filiale eingeladen," dann zeigen wir dem staunenden Nachwuchs die Tresorräume und laden nachher zu Kakao und Teilchen ein. Die Kinder sind total begeistert", sagt der Filialchef und freut sich schon aufs nächste Mal, wenn er die Knirpse wieder einladen darf.
Die Sparkasse am Adalbertsteinweg ist eine Institution für die Ostviertel-Bürger. Die Kunden werden ebenso auf türkisch bedient wie auf polnisch. "Das ist sehr wichtig", weiß Abels. Aber auch Hilfe beim Ausfüllen von Überweisungsscheinen und ähnlichen Formularen ist an der Tagesordnung, viele tun sich schwer damit."
Stockem, der seit 36 Jahren bei der Sparkasse beschäftigt ist, muss sich weniger um die sozialen Belange seiner Kundschaft kümmern. Was aber nicht heißt, dass sich seine Geschäftsstelle nicht um Vereine und soziale Einrichtungen bemüht. "In unserem Beritt ist der rege Verein 'Henger Herrjotts Fott' beheimatet und wir unterstützen 'Frauen helfen Frauen' und das Notruftelefon für vergewaltigte Frauen und Mädchen. Die sind ja praktisch unsere Nachbarn."
Außerdem verwendet man sich für die Kita Rokoko in der Robert-Koch-Straße. Denn der Träger dieses Kindergartens ist der SkF, der Sozialdienst katholischer Frauen, in der Wilhelmstraße.
"Unsere Stimmen werden gehört", sind sich Abels und Stockem einig. Wenn auf den Vorstandssitzungen der Sparkasse Aachen über die Verwendung der Gelder für soziale, sportliche und kulturelle Zwecke entschieden wird, haben die beiden Leiter der ältesten Filialen ein gewichtiges Wörtchen mitzureden.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.
Deshalb werden die Kunden, die von heute an bis zum nächsten Freitag, 16. April, die Sparkassen-Geschäftsstelle am Adalbertsteinweg 232 besuchen, mit einem Blumensträußchen zum Jubiläum bedacht.
Außerdem wird am Donnerstag, 15. April, zwischen 18.30 und 21.00 Uhr mit geladenen Gästen in der Filiale der 100. Geburtstag gefeiert. Ein Eventkoch versorgt die Gäste mit Leckereien, die Inde-River-Jazzband unterhält.
Die Geschäftsstelle Theaterstraße hält in der Zeit von Donnerstag, 15. April, bis Donnerstag, 22. April, kleine Präsente für ihre Kundschaft bereit.